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Das F Modell- der Kassenschlager

Wir widmen uns nun dem wohl bekanntesten und heute noch oft anzutreffenden Schüttoff Modell F. Nach 4-jähriger Bauzeit war es wohl der am meisten verkaufte Motorradtyp und brachte der Firma Schüttoff einen bis heute anhaltenden Ruhm.

Bewährtes als Grundlage

Zur Berliner Motorradausstellung im Herbst 1926 zeigte die Schüttoff AG das neue Sportmodell. Aus dem Vorjahresmodell 2 ¾ PS Sport entwickelte man das Modell F. Der kürzere Rahmen hatte sich bewährt und kam wieder zum Einsatz, jedoch nun mit geschraubten Heckteil. Größere Änderungen erhielt der Blockmotor.

 

Einen Gang schneller

Waren die Vorgänger doch enorm durchzugsstark, erkannte man dennoch das bisherige 2 Ganggetriebe als nicht mehr zeitgemäß und den Ansprüchen nicht gewachsen. Infolge dessen baute Schüttoff nun ein 3 Ganggetriebe. Da der schmale Block den Platz für ein weiteres Radpaar nicht mehr her gab und Arthut Schüttoff sehr auf sauber konstruierte Lösungen achtete, wurde ein neues Blockgehäuse entworfen, welches sich zumindest optisch am Vorgänger orientierte. Tatsächlich passt vom D Modell nichts in das neue F Modell. Die Schaltwelle der 3 Gangbox wurde jetzt auf der Rückseite des Blocks angeordnet. Die nochmals verstärkte Kupplung erhielt ein größeres Abteil auf der linken Seite. Deren zusätzlich zum Lenkerhebel vorgesehene Fußbetätigung war nun nach vorn zu treten, nicht mehr nach hinten.

 

Markenfremdes kommt hinzu

Rechts verschwand die Kolbenpumpe und wurde gegen ein Best & Loyd Exemplar getauscht, welches von der Nockenwelle angetrieben wurde. Das Ölreservoir war nun in einem seperaten Öltank hinter dem hinteren senkrechten Rahmenrohr untergebracht. Damit änderte sich auch der Verlauf der außen liegenden Ölleitungen. Benzin und Öltank erhielten Verschlussdeckel von Best&Loyd. Später wurden auch vereinfachte Druckfederverschlüsse verbaut. An der Stelle der Kolbenpumpe saß nun die Motorenentlüftung.

Die Lenkerarmaturen änderte man ebenfalls. Die Bowdenzüge verliefen im Lenkerrohr. Gas und Luft wurden ebenfalls wie die Zündung aber immer noch per Hebel reguliert. Als Vergaser kam bald der neue Graetzin Kb 26 zum Einsatz. Die Kurbelwelle lief nach kurzer Übergangszeit auch beidseitig in Wälzlagern.

 

Modell Rahmen-Nr. Motor-Nr. Baujahr Standort Bemerkungen
E oder F   3574   D 3-Gang-Block/Gehäuse
E oder F   3682   D 3-Gang-Block/Gehäuse
E oder F     1927 Bayern Motorrad
E oder F   4256   D 3-Gang-Block/Gehäuse
F       Thüringen Motorrad
F       Thüringen Motorrad
F 2829 3814 1927 E Motorrad
F   2893   Sachsen 3-Gang-Block/Gehäuse
F   2986   HH Motor
F 2998 3332 1927 Sachsen Motorrad
F   3002   Niedersachsen Motorrad (Satteltank)
F 3327 3156 1927   Kfz-Brief
F       Niedersachsen Motorrad
F 3561 2820 1927 Sachsen Motorrad (Rennmaschine?)
F       Sachsen Motorrad
F 5892 3640 1927 NL Motorrad, mit G-Rahmen
F 3654 4438 1927 Ba-Wü Motorrad
F     1927 Bayern Motorrad
F     1927 Thüringen Motorrad
F     1927 Sachsen Motorrad
F       Sachsen Motorrad
F     1927 Thüringen Motorrad
F 3943 3894   Thüringen Motorrad
F         Motorrad
F     1927 Sachsen Motorrad
F     1927 D Motorrad
F   3975   D 3-Gang-Block
F     1927 Sachsen Motorrad
F 4044 4166   D Motorrad
F 4207   1927/28 Sachsen Motorrad
F 4229 3946 1928 Sachsen Motorrad
F   4202   Sachsen 3-Gang-Block/Gehäuse
F       Thüringen Motorrad
F 4308 4308 1928 Sachsen Motorrad (Satteltank)
F       Sachsen Motorrad
F       Sachsen Motorrad
F       Sachsen Motorrad
F       Sachsen Motorrad
F   4552   Niedersachsen Motorrad
F   4616   D 3-Gang-Block
F   4670   Sachsen 3-Gang-Block
F 4675 3150 1928 Sachsen Motorrad
F   4735   NL 3-Gang-Block
F   4753 1928 Sachsen 3-Gang-Block/Gehäuse
F       Bayern Motorrad
F     1928 Sachsen Motorrad
F 6457 4956 1929 Ba-Wü Motorrad
F 6780 3935 1929 Thüringen Motorrad
F   7051   D 3-Gang-Block/Gehäuse
Namen und Adressen werden aus Gründen der Anonymität nicht veröffentlicht.

 

Eine Ära

Das bis 1930 im Angebot befindliche Modell F wurde über den Produktionszeitraum auch modellgepflegt. Kotflügel und Sattel erhielten Änderungen. Zuletzt wurde dem Kunden auch ein moderner aussehendes Satteltankmodell angeboten. Die Lackierung gestaltete man nicht mehr ausschließlich in weinrot, sondern wahlweise auch in schwarz und in farblich abgesetzten Tankspiegel und diversen Linierungen.

 

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Autoren: Silvio Müller und Jürgen Nöll
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